Kostet der Kaffee in Neubrandenburger Straßencafés bald mehr? – Nordkurier

Bislang hatten Gastronomen und Gewerbetreibende in Neubrandenburg von einer moderaten Regelung bei der Nutzung von städtischen Freiflächen profitiert. Das könnte sich allerdings bald ändern.

Der goldene Herbst ist im Anmarsch – da werden sich die Tische und Stühle vor den Cafés und Restaurants sicher noch mal füllen. Bisher kommt die Stadt Gastronomen und Markthändlern sehr entgegen bei den Gebühren für die Nutzung der Freiflächen. Auf bis zu 50 Quadratmetern Fläche konnten Gastwirte bislang Tische und Stühle auch kostenlos aufstellen. Doch das entfällt künftig: Denn die Gebühren werden nach sieben Jahren neu kalkuliert.

Ein Vergleich mit anderen Städten im Land habe gezeigt, dass Neubrandenburg die einzige Stadt sei, die Gewerbetreibenden diese Befreiung für eine bestimmte Fläche zugesteht. Angesichts des Haushaltslochs will man sich das aber nicht mehr leisten und hofft nun insgesamt durch die geänderte Gebührensatzung auf Mehreinnahmen von rund 22.000 Euro im Jahr. Betroffen sind von den Änderungen auch andere Sondernutzungen wie Infostände, Baustelleneinrichtungen oder Sammelcontainer.

Streit um Terrassen-Fläche auf Boulevard

Nicola D’Aniello, Gastronom und Stadtvertreter, findet, dass die Gebühren in Neubrandenburg trotzdem „noch in Ordnung“ sind. Für einen Quadratmeter genutzte Freifläche für Tische und Stühle beispielsweise steigen sie in der Innenstadt von drei auf fünf Euro monatlich. „Die Stadt braucht das Geld“, meint er. Auf ihn wird einiges an zusätzlichen Gebühren zukommen, denn seine Freifläche mit Tischen und Stühlen fürs Eiscafé vor dem Marktplatz-Center gehört zu den größten in der Innenstadt. Am Ende würden sicher die Kunden die höheren Kosten tragen, sagt er.

Das lassen sich die Gäste aber nur begrenzt gefallen, ist sich Oliver Krüger, Chef des Boulevard-Cafés, sicher. Er findet die Gebühren zu teuer, schon jetzt zahle er 600 Euro im Jahr. Denn er muss seit einigen Jahren die Gebühr auch in den kalten Monaten aufbringen, wenn keiner draußen sitzt, weil die Freifläche eine feste, schützende Terrassen-Umrandung hat. Darüber streite er sich seit Jahren mit der Stadt. Die sieht sich aber im Recht, schließlich könne die Fläche wegen der Stellwände nicht anders genutzt werden, sagt Sprecher André Hesse-Witt.

Powered by WPeMatico

AdSense